Häs & Sagen

Unsere Figuren

Drei Figuren, drei alte Baiersbronner Handwerke – und Geschichten, die man sich bis heute erzählt.
Seit 2008 · Unsere erste Figur

Die Köhlerhexe

Köhler stellten früher in den Wäldern rund um Baiersbronn Holzkohle her. Dazu schichteten sie Holzscheite zu kegelförmigen Meilern, deckten sie mit Gras, Moos und Erde luftdicht ab und ließen sie über Tage und Wochen verkohlen.

Der Meiler durfte weder erlöschen noch in Flammen aufgehen – also wachten die Köhler Tag und Nacht, allein in dunklen Wäldern. Schlafmangel, Brandnarben und Angst gehörten dazu. Kein Wunder, dass mancher im nächtlichen Knistern des Waldes Hexen am Werk sah.

Das Häs

„Köhler-Hexe!“
Der Narrenruf unserer Köhlerhexen.
Seit 2012

Der Flößer

Ab dem 15. Jahrhundert war die Flößerei im Murgtal – und besonders in Baiersbronn – ein verbreitetes Handwerk. Die Murg, die durch einige der größten Täler des Schwarzwalds fließt, war ihr Transportweg.

Gefährlich wurde es bei Eisgang und an den Wehren mit oft mehr als einem Meter Gefälle. Dahinter lauerten Strudel und Untiefen. Der Floßherr auf dem ersten Floß schlug deshalb eine Glocke, um die Nachfolgenden zu warnen. Trotzdem zerbrachen viele Flöße – und so mancher Flößer kam nicht mehr nach Hause.

„Jogele-Sperr!“
Der Ruf der Flößer, wenn die Fahrt zu schnell wurde.
Seit 2012 · Der Flussteufel

Der Murgschmoddler

Bei so viel Unglück an den Wehren entstand schnell ein Aberglaube: Das musste das Werk eines Teufels sein – des Murgschmoddlers. Viele hielten das für Unsinn und spotteten über ihn. Bis zu jener einen Fahrt …

Die Sage

Mit 14 Jahren durfte der junge Michel zum ersten Mal mit seinem Vater auf Floßfahrt. Unterwegs machten sich die Flößer über den Teufel lustig. Am nächsten großen Wehr schlug der Floßherr wie immer die Glocke – doch diesmal tobte das Wasser schlimmer als je zuvor. Floß um Floß wurde in die Tiefe gerissen, die Stämme zerschellten an den Felsen.

Nur Michel konnte sich an einem überhängenden Ast ans Ufer retten. Von den anderen fehlte jede Spur. Da läutete aus dem Wasser die Glocke des längst zerschlagenen Floßes. „Murgschmoddler“, flüsterte Michel. „Es gibt ihn wirklich.“

„Murgschmoddler komm!“
Der Narrenruf unserer Murgschmoddler.

Ond, kommsch mit?

Du willst selbst als Köhlerhexe, Flößer oder Murgschmoddler unterwegs sein? Dann melde dich bei uns!